Samstag, 28. November 2020

Bürgerforum gegründet: Rüttenscheid geht überall!

In Essen werden Menschen, die sich mit eigenen Auffassungen in die lokale Politik einmischen, ja gerne mal als „Quaker“ bezeichnet – nicht von irgendwem, sondern von hochrangigen Vertretern der Stadt. Gewissermaßen als Ausweis eines tiefsitzenden Verständnisses von Demokratie.

Da wird Politik beinahe von Gottes Gnaden gemacht, da werden Entscheidungen vom Thron des Allwissenden verkündet. Und jeder (und jede sowieso), der (bzw. die) anders denkt, ist bestenfalls uninformiert, schlimmstenfalls ein Ärgernis, jedenfalls ein Sandkorn im Getriebe des Motors der Stadt.

Gut also, dass sich die Menschen in Rüttenscheid auf ihre Rechte als Bürgerinnen und Bürger, auf ihre Kompetenz im Stadtteil und auf ihre Lust besinnen, sich einzumischen. Konnte die Stadt beim Bauvorhaben „Henri Dunant“ noch in althergebrachter Weise jeden vorgebrachten Einwand komplett ignorieren und die Interessen des Investors durchsetzen (und in ganz schlechtem Stil auch heute noch jede Gelegenheit nutzen, nachzutreten), könnte das künftig schwerer fallen.

Am 27. März hat sich das Bürgerforum Rüttenscheid gegründet, an dem Menschen teilnehmen, die zweierlei gemeinsam haben: Sie alle wohnen in Rüttenscheid, und sie alle setzen sich ein für ein Rüttenscheid, das auch in Zukunft noch attraktiv ist.

Doch anders als die beamteten Vertreter der Stadt, die gerne weiter im Süden siedeln, maßen sich diese Menschen nicht an, besser als andere zu wissen, was gut ist für das Quartier und was nicht. Sie wollen den Menschen, allen Menschen in Rüttenscheid die Gelegenheit geben, mitzureden und ihren Teil dazu beizutragen für einen schönen und lebenswerten Stadtteil.

Deshalb findet am 7. Mai 2019 das 1. Rüttenscheider Bürgerforum um 19.30 Uhr im Saal der Reformationskirche in der Julienstr. 39 statt. Dazu sind alle, wirklich alle Menschen in Rüttenscheid sehr herzlich eingeladen. Dahinter steht die ernst gemeinte Aufforderung, sich einzubringen, sich einzumischen, selbst darüber mitzuentscheiden, wie es weitergeht im Quartier, und diese Entscheidung also nicht gottvatergleichen Vertretern des letzten Politikjahrtausends zu überlassen.

Aber die Erzählung wäre nicht rund, würde sie nicht enden mit dem Hinweis an die 565.000 Essenerinnen und Essener, die nicht in Rüttenscheid, sondern in einem der vielen anderen von Investoren geschundenen Stadtteile wohnen: Auch Ihr könnt, was die Rüttenscheiderinnen und Rüttenscheider tun! Organisiert Euch, nehmt Eure Interessen in Eure eigenen Hände. Kämpft für eine gute Nachbarschaft!

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