Freitag, 25. September 2020

Klimawandel und Umweltpolitik

Nicht nur anprangern, sondern Vorschläge unterbreiten

Wie wir, als Die Linke, Umweltpolitik mitgestalten können.

Was mir in letzter Zeit etwas missliebig aufgefallen ist, ist unsere halbherzige Umweltpolitik. Ich finde es ein wenig substanzlos, wenn wir nur mit Schildern auf Veranstaltungen wie „Fridays4Future“ mitlaufen und die katastrophale Umweltpolitik unserer Regierung anprangern.

Damit machen wir uns nur zu Weggefährten für Die Grünen und spielen denen in die Hände. Das kann nicht das Ziel sein, in meinen Augen.


Ich denke, es wäre wichtiger, die Umweltpolitik problemorientiert anzugehen und konkrete Forderungen zu stellen.

Wenn etablierte Parteien Ideen ins Spiel bringen, um umweltpolitische Maßnahmen unters Volk zu bringen, dann fällt ihnen meist nichts besseres ein, als uns Konsumenten ein schlechtes Gewissen zu machen und uns dafür zahlen zu lassen.

Jüngstes Beispiel war die hirnverbrannte Idee einer sogenannten CO2-Steuer, was letztlich wieder nur den kleinen Mann in der Bevölkerung monetär belasten würde, während die Industrie mal wieder fein aus dem Schneider wäre. Dabei obliegt die Verantwortung genau bei DENEN, den Herstellern zum Beispiel, die ihre Produkte unnötig tonnenweise in Plastik verschweißen, und sei es nur eine Schlangengurke.


Aber nein, man macht lieber dem Kunden ein schlechtes Gewissen und lässt ihn auf die Tüte an der Kasse verzichten.


Genau das Gleiche mit der CO2-Belastung in Innenstädten. Da werden Fahrverbotszonen eingerichtet, anstatt die Fahrzeughersteller in die Pflicht zu nehmen, damit sie die Grenzwerte einhalten.

Stichwort: Abgasskandal bei VW.

Das Militär ist der größte Klimakiller der Welt, aber die Regierung, insbesondere CDU-Chefin AnnegretKramp-Karrenbauer, möchte ja noch mehr Geld in die Rüstung stecken und plant sogar einen gemeinsamen Flugzeugträger mit den Franzosen.

Da läuft doch etwas mächtig falsch, merkt ihr das? Die Firmen, die Reichen und die Politiker sind aus dem Schneider, gaukeln uns noch Taten vor und lassen UNS letztlich dafür bezahlen.

Allein die Summe, die nur für die Erhöhung des Rüstungsetats ausgegeben werden soll, ist so hoch, dass man alle Straßen der Bundesrepublik mit Photovoltaik ausstatten könnte (sinnbildlich gesprochen).

Aber ich hätte durchaus ein paar Vorschläge für die Stadt Essen, die sich sehr schnell umsetzen ließen, um umweltfreundlichen Strom zu erzeugen.

An der Ruhr wurden etliche Staustufen stillgelegt und die Fließgeschwindigkeit des Flusses verlangsamt. Würde man die Staustufen wieder reaktivieren, könnte man damit die ganze Stadt Essen quasi zum Nulltarif mit umweltfreundlicher, regenerativer Energie versorgen.
Das hätte sogar noch einen positiven umweltpolitischen Nebeneffekt, denn die Fließgeschwindigkeit der Ruhr würde etwas ansteigen, dadurch der Sauerstoffgehalt im Wasser, was dann wiederum gut für die Fischpopulation wäre. Eine höhere Fischpopulation würde mehr Vögel anziehen usw. usw. …

Es würde sogar wieder Geld in die Kassen zurück fließen, denn den überschüssig produzierten Strom könnten wir verkaufen.


Das wäre zumindest die Lösung für den „kleinen Mann“, denn die Reichen werden sich sowieso autark mit Strom versorgen.

Solarstrom, Gezeitenwärme, Wärmetauschpumpen etc. sind schon lange für relativ erschwingliches Geld erwerbbar.

Wenn man also die Sparpolitik weiter betreibt, dann trifft es in 20 Jahren wieder nur den armen Menschen aus der Bevölkerung. Als Schachspieler muss man immer den Zug schon vor dem nächsten Zug planen, um das Spiel zu gewinnen.


Oder mit einem Zitat ausgedrückt: „Jugend, um EURE Zukunft wird gepokert. Deshalb müsst ihr sehen, dass IHR das Spiel für euch gewinnt!“ (Quelle: leider unbekannt)

Außerdem könnte man in der Stadt Essen eine neue Bauverordnung fordern, die vorschreibt, dass alle Neubauten ihre Dächer begrünen müssen. So eine Vorschrift gibt es bereits (ich glaube in Japan) und die Erfolge ließen nicht lange auf sich warten. Die begrünten Dächer hatten einen positiven Effekt auf die Insektenwelt (insb. Wildbienen) und auf seltene Vogelarten, die im Schutz der luftigen Höhe ungestört brüten können.

Weiterhin heizen sich die Städte nicht mehr so stark auf, weil die Vegetation gegen die Erhitzung des nackten Betons schützt. Auch die Luftqualität hat sich dadurch deutlich verbessert. Warum also bringen wir, als Die Linke, nicht konkrete Vorschläge hervor?

Außerdem müssen wir endlich davon wegkommen, billigen Styropor als Wärmedämmung zu verwenden. Styropordämmstoff ist der meistverbaute Wärmedämmstoff in der Bauindustrie, weil er einfach zu verbauen und vor allem sehr billig ist.


Nachteilig ist er deshalb, weil die Wände darunter oft anfangen zu schwitzen, also zu schimmeln. Das macht eine erneute Renovierung irgendwann nötig, was dann ein neues Problem mit sich bringt: nämlich die Müllentsorgung. Styropor ist Sondermüll.


Die Bauindustrie freut sich schon auf neue, massenhafte Aufträge, die dann bestimmt wieder staatlich subventioniert werden, ….auf Steuerkosten natürlich! Wieder einmal zahlt dann der kleine Mieter brav die nächste Mieterhöhung, die dann natürlich wieder über dem Hartz IV-Satz liegt und aus eigener Tasche gezahlt werden muss.


Immer wieder, wenn ich mit Freunden spreche und sie mir sagen, sie interessieren sich nicht für Politik, dann sage ich Ihnen: „Das solltest Du aber, denn Dein Vermieter, die Konzerne usw. tun es nämlich!“

Dabei wären Alternativen längst vorhanden. Streng genommen waren sie schon vorhanden, BEVOR man den Styropor erfand, denn davor nutzte man Lehm und Hanf. Aber dafür müssten wir als Die Linke noch mehr in der Hanfpolitik bewirken, wofür sich ja Niema Movassat stark macht.

Niema Movassat MdB/Die Linke, KV Essen.


Nahrung, Textilien, Öl (auch Kraftstoff), Reinigungsmittel, Baustoffe, Papier, Kunststoffe, Medikamente, vernünftige Drogenpolitik. Die Liste ist lang, deshalb werde ich auf Hanf jetzt nicht näher eingehen.

Aber ich kann an dieser Stelle ein gutes Buch zum Thema empfehlen:

Die Wiederentdeckung der Nutzpflanze Hanf
von Jack Herer, Mathias Bröckers

ISBN: 978-3-03788-181-1

Noch ein Beispiel ist die Verwendung von Technologien, die bereits vorhanden sind, aber seitens der Industrie absichtlich boykottiert werden, wie z. B. Wasserstoffmotoren. Wenn wir solche Technologien nicht einfordern, werden sie niemals eingeführt werden. Stattdessen wird man uns weiterhin umweltschädliche Elektroautos verkaufen wollen.

Ein weiterer Punkt ist die katastrophale Forstung unserer Wälder. Da werden sinnlos gesunde Bäume gefällt, verstümmelt, Baumkronen unsachgemäß geschnitten, so dass weite Teile der Wälder einfach absterben. Ein weiteres Problem kommt mit den modernen Forstmaschinen hinzu. Aus Kostengründen werden sogenannte Harvester eingesetzt. Das sind Schreitbagger mit einem Greifarm, womit  Bäume gepackt, abgesägt, entastet und gestapelt werden können.
Solche Geräte kann eine Person alleine bedienen, was ihren Einsatz kostengünstig macht.



Allerdings sind die Maschinen so groß, dass dafür bis zu acht Meter breite Schneisen durch den Wald geschlagen werden, damit die Harvester genug Platz zum Arbeiten haben. Der empfindliche Waldboden, der über winzige empfindliche Kanäle mit allen Pflanzen verbunden ist, um sie mit Nährstoffen und Informationen zu versorgen, wird dadurch nachhaltig gestört.
Im Wald sollten nur Förster eingesetzt werden, die das entsprechende Fachwissen haben, und nicht Forstunternehmen, die nur profitorientierte Sachkenntnisse mitbringen.
Und meiner Meinung nach gehören Harvester verboten!

Politik muss für Mensch und Umwelt gut sein und sollte nicht zum Ziel haben, den Profit zu bedienen.


Und eine Partei ist dafür da, dieses Bewusstsein zu den Menschen zu transportieren. Es bringt also nichts, zusammen mit dem Bündnis 90/ Die Grünen gemeinsam bei Fridays 4 Future Schilder zu tragen. Das ist zwar schöne Öffentlichkeitsarbeit, aber letztlich bringt sie uns nicht weiter. Im Gegenteil, denn damit spielen wir den Grünen in die Hände, die sich längst beim Großkapital angebiedert haben. Jüngst hat die linke Ratsfraktion die Stadt Essen aufgefordert, den Klimanotstand auszurufen. Das wäre mal wenigstens eine schöne Geste der Stadt Essen gewesen, die sich jedoch dagegen aussprach.
In meinen Augen unverständlich, denn es hätte lediglich eine „Signalwirkung“ gehabt. Ein echter Notstand kann nur von der Bundesregierung ausgerufen werden. Zumindest aber hätte es einen GUTEN WILLEN unseres Bürgermeisters gezeigt.

Dass er uns dies verweigerte, hat aber in meinen Augen auch eine Signalwirkung. Leider in die falsche Richtung.

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