Freitag, 25. September 2020

Shisha-Bar? Nein! Doch! Hhhnnn?!

Bringt Eure Frauen und Töchter in Sicherheit, der Muselmane steht vor Rüttenscheid! Oh wie dankbar müssen wir den tapferen teutonischen Kämpfern der einzigen dumpf-blau-deutschen Alternative sein, uns vor den abgründigen Gefahren zu warnen, die uns mit Feuer, Schwert und Tabak (unverzollt, höchstwahrscheinlich) ins morgenländische Gestern zu bomben drohen.

Denn, Männer, aufgepasst! Auf der Rüttenscheider Straße eröffnet eine, man darf es – oh Voldemort – eigentlich gar nicht sagen, eine … Shisha-Bar. Nein. Doch. Oh mein Gott!

Auch die Interessengemeinschaft Rüttenscheid, selbstverständlich außerhalb jeden Verdachts stehend, irgendwie toitsch-tumb zu sein, sondern allein dem Markt verpflichtet, findet das gar nicht gut, dass da ein Etablissement im wohlfeilen Rüttenscheid eröffnet. Direkt auf der Rü, also gewissermaßen der Aorta des libertär-urban-entspannt-geldumsetzenden Rüttenscheid. Natürlich beobachte man diese unerfreuliche und ungewünschte Eröffnung mit Argwohn und jederzeitiger Bereitschaft einzugreifen.
Dass es – pflastersteinwurfnah – in Rüttenscheid schon längst zwei Shisha-Bars gibt, von denen eine sich gerade mit behördlichen Auflagen rumschlägt, scheint da niemandem aufzufallen. Für Freundinnen und Freunde einer gepflegten aromatischen Rauche – sie finden sich beide in der Alfredstraße, die eine ein paar Meter südlich, die andere ein paar Meter nördlich vom Stern. Wohl bekomm‘s.
Aber zurück zum Damoklesschwert abendländischer Selbstgewissheit: Was macht man mit einer Straße, in der dauernd neue Geschäfte eröffnen, weil sie auf guten Umsatz hoffen und dafür mit Geschäftsmodellen aufwarten, die den Blick für die Lücke haben? Gestern eine Hamburger-Braterei, heute eine Döner-Bude, morgen ein Fisch-Laden und übermorgen eine Shisha-Bar. Tja, ich würde sagen – als Rüttenscheider: reingehen und ausprobieren. Ich bin ja eher skeptisch, dass zwei Berliner Jungs ganz ohne Vanille im Blut gute Shishas machen können.

Aber geben wir ihnen eine Chance! Und wenn‘s nicht klappt – meine Güte, dann gönn‘ ich mir halt noch n‘ Cocktail bei Muzaffer … dem Betreiber des Zucca und des Zizou … darf der das eigentlich?

Und wieso gibt es noch keinen Aufruhr gegen den galoppierenden Ausverkauf unserer Rü an all die arabischen Läden, wo geschächtete Falafel feilgeboten wird?

Allahu Akbar! Aber echt jetzt.

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