Dienstag, 14. Juli 2020

Steele: „Alte Schule“ gerettet

Jetzt ist es amtlich: Die „Alte Schule“ am Äbtissinsteig ist gerettet! Nach einem neuen Beschluss des Planungsausschusses vom November 2018 muss ein Käufer des Gebäudes ein Konzept vorlegen, dass den Erhalt des Atelierhauses vorsieht. Damit ist ausgeschlossen, dass das Gebäude abgerissen wird.

„Ein großer Erfolg unserer jahrelangen Aktionen und Aktivitäten“, freut sich Michael Steinmann, Vorsitzender des Vereins Kunstraum Alte Schule. „Das hatten wir am Anfang nicht zu hoffen gewagt.“ Mit Lichterketten, einer überfüllten Bürgerversammlung im Grend und vielen anderen Aktionen hat der Verein seit Anfang 2017 für den Erhalt des denkmalswürdigen Gebäudes gekämpft. Ohne diese vielfältigen Aktivitäten und den massenhaften Protest der Kunst- und Architekturfreunde wäre die Schule längst abgerissen worden – das wäre ein herber Verlust für den Stadtteil gewesen.

Steeler Bürgerinnen und Bürger, ein breites Bündnis aus Kunst, Steeler Tradition und Politik setzte sich ebenfalls für das Haus ein. Auch die Bezirksvertreter der Grünen und der Partei DIE LINKE unterstützen die Forderung. „Besondere Erwähnung verdient Jürgen Zierus, der unermüdlich für den Erhalt des Hauses gekämpft hat“, sagt Erwin Wiemer, zweiter Vorsitzender des Vereins.

Nicht nur in städtebaulicher Hinsicht, sondern auch im Hinblick auf die Stadtteilkultur ist die „Alte Schule“ wichtig. Hier fanden jahrelang Kunst- und Diskussionsveranstaltungen, Ausstellungen und Partys statt.

Die Essener Künstlerin und Gründerin des Vereins, Doris Schöttler-Boll, die hier bis zu ihrem Tode lebte, sorgte mit einer Vielzahl von Veranstaltungen für eine Bereicherung des Kulturlebens in Steele. Genau daran will der Verein anknüpfen und plant schon jetzt eine Fortführung der Veranstaltungen im Sinne Doris Schöttler-Bolls.

Doch ob der Kunstverein die „Alte Schule“ für seine Aktivitäten nutzen darf, ist noch nicht geklärt. „Wir hoffen, dass uns der zukünftige Eigentümer zumindest einen Teil der Räumlichkeiten für kulturelle Veranstaltungen überlässt“, so Erwin Wiemer. Aber erst einmal muss das Bieterverfahren stattfinden. So wird noch einige Zeit ins Land gehen, bis die Umbau- und Renovierungsarbeiten beendet sein werden.

Bis dahin will der Verein nicht untätig bleiben. Erste Lesungen haben bereits stattgefunden, weitere Symposien und Ausstellungen sind für 2019 geplant. Vorerst muss man auf andere Räumlichkeiten im Stadtteil ausweichen, aber man ist sich sicher, dass sie bald wieder dort stattfinden können, wo ihr angestammter Platz ist: in der „Alten Schule“, die dann wohl „Doris-Schöttler-Boll-Haus“ heißen wird.

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