Donnerstag, 22. Oktober 2020

Kanzerlin erklärt Exponentialfunktion – Wachstumskurve zeigt sich unbeeindruckt

Maßnahmen gegen die Seuche müssen sein. Klar soweit. Wer will schon Zwischenwirt eines Virus werden, das vorher in einer Fledermaus und einem Schuppentier hauste, um dann über globalisierte Liefer- und Schnieferketten den Weg in die weite Welt anzutreten? Niemand!

Da ist man beinahe schon froh, dass es eine Regierung gibt, die entsprechende Maßnahmen gegen die Verbreitung des Virus in die Wege leitet. Und die Maßnahmen werden von der Mehrheit der Regierten ja auch getragen. Was sein muss, muss sein. Gut wäre natürlich, wenn man auch verstünde, warum und wozu man die Maßnahmen mitträgt. Alles andere wäre doch bloß Gehorsam. Und Gehorsam hat in diesem Land eine eher zweifelhafte Tradition.

Das Mittel der Stunde ist also Aufklärung. Aber mit der Aufklärung ist das so eine Sache. Dass alle Bürger des Landes auch nur in einer so kleinen Sache wie einem Virus alles Grundlegende wissen sollen, ist gar nicht vorgesehen. Ein Blick auf die Kernlehrpläne der Schulen genügt.

Einigermaßen zur Orientierung taugliches Wissen über Viren gibt es erst in der Oberstufe (Bio Leistung!) abzuholen. Und wer die zehnte Klasse nicht erreicht, wird von exponentiellem Wachstum vielleicht niemals etwas hören.

Das schließt bereits viele vom Wissen aus. So viele jedenfalls, dass sich die Kanzlerin zum wiederholten Male (!) dazu bemüßigt fühlte, den Bürgern in einer Pressekonferenz die Exponentialfunktion zu erklären; und das in wenigen Minuten. Dazu brauchen die Schulen hierzulande Wochen und Monate.

Ob Frau Merkels Ausführungen von allen, die sich zugeschaltet haben, verstanden wurden, blieb dabei ungeklärt. Es fehlte auch der übliche Zwischenruf, ob man das denn jetzt für die Klausur wissen müsse. Und ein Testat danach wurde ebenso versäumt. Wieder einmal! Aber wir warten!

Wozu will Frau Merkel dem Volkskörper also nun immer wieder schulisches Wissen eintrichtern? Wieder und wieder, bis es sitzt? Damit alle die Notwendigkeit ihres Gehorsams einsehen und der Zwangscharakter des Gehorsams somit aufgelöst wird? Bis alle verstehen, was sie tun müssen?

Ja, genau! Aber dieser Punkt wird nie erreicht! Denn das exponentielle Wachstum der Virusmasse wird das Wachstum des Wissens rasch überflügeln. Wissen vermehrt sich nämlich ganz im Gegensatz zu so einer Virusmasse irgendwie, aber auf keinen Fall exponentiell! Nicht in den hiesigen Bildungsanstalten und auch sonst nirgendwo. Das ist mathematisch bewiesen. Das ist eine Sache unter Graphen. Die treffen sich in ihrem gemeinsamen Schnittpunkt. Und das schon bald! (Siehe Abb. 1).

Doch was ist die Folge daraus? Die Folge ist, dass Frau Merkels aufklärerisches Vorhaben von demselben exponentiellen Wachstum, das sie eben noch allen erklären wollte, überholt wird; und mit diesem Vorhaben wird vom Virus auch der Zwischenwirt des Wissens überholt: der aufgeklärte Bürger!

Tja, und dann? Hat die Krise damit ihr Ende erreicht? Frau Merkel kann sich jedenfalls nächstes Jahr – wie geplant – endlich zur Ruhe setzen. Wahrscheinlich sogar im Schatten des Schnittpunktes, wo sich die Graphen treffen. Höchstwahrscheinlich dort. Aber das ist eine andere Rechnung…

1 thought on “Kanzerlin erklärt Exponentialfunktion – Wachstumskurve zeigt sich unbeeindruckt

  1. An der Merkelin ist eben eine unerschuetterliche Pädagogin verlorengegangen…
    Vielleicht im 2. Leben..an das sie als Pastorentochter womoeglich glaubt..

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Kategorien