Samstag, 22. Februar 2020

Feminist*innen aus der ganzen Welt trafen sich vier Tage auf Zeche Zollverein

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung sowie die Netzwerke Care Revolution und Solidarische Ökonomie aus Leipzig gaben den Anstoß zu einem feministischen Festival mit Teilnehmer*innen aus der ganzen Welt.

Unter dem Titel „feminist futures festival“ konnten Interessierte im Vorfeld Ideen zu Workshops jeglicher Form zu feministischen Themen einreichen, woraus ein Programm für vier Tage entstand.

Dabei standen von vornherein Initiativen und Organisationen im Mittelpunkt, welche Angebote zum Mitmachen, Mitdiskutieren, zum Austausch und zur Vernetzung anboten.

Über 1500 Teilnehmende jeglichen Geschlechts nahmen an den über 100 Veranstaltungen teil. Es wurden internationale Kämpfe von Frauen vorgestellt und diskutiert, der Frauen*streik vernetzte sich, die Arbeitskämpfe im Erziehungs- und Gesundheitswesen spielten ebenso eine Rolle wie aktuelle bzw. wieder entdeckte Bücher, unter anderem „Feminismus für die 99% “ und „Die Frau im Kapitalismus – Eine feministische Kritik der politischen Ökonomie“.

Teil des Festivals war das Fem Lab der Frauen in der LINKEN, an dem sich auch Essenerinnen und Essener beteiligten.

Nadja Rakowitz vom Bündnis „Krankenhaus statt Fabrik“ erläuterte, dass durch die Einführung der Fallpauschalen in Krankenhäusern die Finanzierung nicht mehr am Bedarf, sondern zur Gewinnmaximierung genutzt wird und damit die Arbeitsbedingungen über viele Jahre verschlechtert hat, was den Personalmangel erklärt. Lösungen gibt es nur durch eine andere Finanzierung, nämlich nach Bedarf.

Fünf Jahre Care Revolution wurden gefeiert und in einem Mitmachchor gemeinsam besungen. Die Verknüpfung von Feminismus und Ökologie spielte eine ebenso große Rolle wie das Thema der Ausbeutung von Migrant*innen, auch in Deutschland, sowie Zukunftsperspektiven.

Am Samstag nahmen über 500 Frauen an einer bunten und lauten Demonstration als solidarische Unterstützung der Demo „Der Pott ist unteilbar“ teil. Es war den Teilnehmenden des Festivals wichtig zu zeigen, dass Rassismus und Faschismus keinen Platz haben, nirgendwo!

Vernetzung wurde an allen Tagen groß geschrieben und eine Riesenparty am Samstag durfte natürlich auch nicht fehlen. Kunst und Kultur waren auf dem Festival stets präsent und luden zum Mitmachen ein.

Dieses Festival lebte vom Engagement jedes und jeder Einzelnen, sei es als Mitdiskutant*in, sei es beim Schnippeln für das Essen oder organisatorischer Hilfe. Und es hat funktioniert! Soviel Solidarität und Gemeinschaftssinn wünsche ich mir für alle Veranstaltungen der Linken!

Am Sonntag waren sich alle Teilnehmenden einig, dass dieses Festival ein Anfang für eine stärkere Vernetzung weltweit ist. Auch die Vernetzung innerhalb Deutschlands wird jetzt konkret angegangen, getreu dem Motto: „What do we want? – Feminist futures! When do we want this? – Now!“

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