Freitag, 30. Oktober 2020

Für die Freiheit der Meinung

In einem offenen Brief im amerikanischen Harper’s Magazine verteidigen Intellektuelle die freie Meinung. Denn der freie Austausch von Informationen und Ideen werde jeden Tag stärker eingeschränkt, so die Autoren.

Wer vom herrschenden Meinungskonsens abweiche, müsse mit harschen Sanktionen rechnen. Die Einschränkung der Debatte schade aber denjenigen, die über keine Machtmittel verfügen und beschränke die Teilnahme an demokratischen Entscheidungen.

Auch der italienische Philosoph Giorgio Agamben weist darauf hin, dass kritisches Denken und das Prüfen von Informationen auf Wahrheit grundlegend sind für eine demokratische Gesellschaft.

Alle diese Autoren stehen in der Tradition des freiheitlichen Denkens von Rosa Luxemburg. Auch und gerade im Klassenkampf muss die Freiheit der Meinung für alle gelten. Nur so entwickelt sich aus den gesellschaftlichen Bewegungen eine alternative Sichtweise zur herrschenden Meinung, die doch nur die Meinung der Herrschenden ist.

Das von den Massenmedien erzeugte Weltbild entspricht nicht der Wirklichkeit, sondern ist vielmehr ein ideologisches Konstrukt. Um die Wirklichkeit tatsächlich wahrzunehmen, kann und soll sich jeder seines eigenen Verstandes bedienen.

Aber es ist nicht genug, diese Wirklichkeit nur klar und deutlich wahrzunehmen. Die wahrgenommenen gesellschaftlichen Verhältnisse müssen dann umgewälzt und so verändert werden, dass keine Ideologie mehr notwendig ist.

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