Samstag, 5. Dezember 2020

Bei Fragen zum Hygienekonzept der Schulen wenden Sie sich bitte an Ihre Eltern und den Förderverein

Da ist sie. Die zweite Welle. Da kommt sie über uns hereingebrochen. Einfach so. Wie ein Tsunami überrollt sie die Städte und Länder, drückt sich durch einen Dschungel von Kulturstätten, durch den Einzelhandel, durch die Industrie und Ämter und rauscht über öffentliche Plätze auf Schulen und Kindergärten zu!

Wenn sie kommt, einfach Türen schließen, Fenster öffnen (Aerosole!) und hoffen, dass nach der Welle noch etwas übrig ist für die Kleinen. Denn wer groß genug ist oder das Glück hat, sich auf eins der limitierten Rettungspakete zu retten, der braucht sich nicht ganz so viele Sorgen machen.

Und der Rest? Schüler zum Beispiel? Für sie heißt das Rettungspaket Wärmflasche, Decke und heißer Tee. Da kann bei geöffneten Fenstern im Klassenraum eigentlich nichts mehr passieren: Draußen rauscht die Welle vorbei. Noch einmal Glück gehabt!

Sollte es wider Erwarten im Winter regnen, schneien oder stürmen, gehört natürlich ein feiner Regenponcho mit zur Ausrüstung dazu. Und immer schön die Masken aufbehalten! So können die Kinder auch weiterhin brav für ihre Zukunft – oder zumindest für die Zukunft der Wirtschaft – lernen.

Denn: Eine Bildungslücke wegen eines Virus riskieren? Nein, das geht doch nicht! Wo käme man denn hin, wenn über Herbst und Winter ein halbes Schuljahr einfach wegfallen würde? Dann doch lieber voll gerüstet im luftigen Klassenzimmer sitzen und hoffen, dass man keine Erkältung bekommt – wenn schon kein Corona!

Haben wir etwas vergessen? Ach ja, sollte es im Klassenverband dann trotz oder wegen des Hygienekonzepts zu schnupfenähnlichen Symptomen kommen, wären noch die Eltern da, die sich sorgen müssen. Die Alleinerziehenden sowieso. Die sitzen nämlich schon seit Beginn der ersten jahreszeitlich bedingten Temperaturschwankungen mit bangem Blick auf Arbeit (bestenfalls!) und hoffen, dass ihre Nachkommenschaft nicht krank wird.

Was? Da hat jemand zwei oder drei Kinder? Oh weh! Wenn da jetzt jedes der Kinder zweimal eine Schniefnase bekommt, hieße das ja, dass der Mann oder die Frau, vielleicht zwei, vier, sechs Tage wegen Krankheit der Kinder zu Hause bleiben muss. Aber keine Panik. Der Gesetzgeber hat vorgesorgt. Er hat allen Eltern und Alleinerziehenden ein paar „Kinderkrankentage“ extra geschenkt.

Geht doch!

Geht doch? Ja, geht doch. Aber jetzt müssen die Eltern hoffen, dass sie erstens nicht selber krank werden und zweitens, dass der Chef viel Verständnis für die vielen Fehltage hat. Und was im Falle einer schlimmen Erkrankung? Corona zum Beispiel?

Und das ist ja noch nicht alles! Wo Hilfe von Oben fehlt, basteln unten die Eltern ihre eigenen Rettungspakete für den Klassenraum. Decken, Regenponchos und so weiter kann man ja vom Geld des Fördervereins kaufen. Und was die Heißgetränke betrifft, finden sich bestimmt ein paar Muttis, die gerne Tee kochen und ihn in die Schulen bringen! Die stehen eh einsatzbereit zuhause, spielen Krankenschwestern, Aushilfslehrerinnen und Hygienebeauftragte zugleich und beeilen sich – wann immer die Situation es erfordert – die Lücken im kränkelnden System zu schließen…

Auf Mama und Papa ist eben Verlass…

Hoffentlich bleiben die gesund…

Gesundheit!

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