So. Dez 8th, 2019

Noch ein zweifelhaftes Immobilienprojekt

Nun geht es also los. Die Pläne der Hopf-Gruppe liegen vor, der Ausschuss für Stadtentwicklung und Planung (ASP) hat sie mit ein paar Hinweisen versehen für gut befunden. Damit ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Rechtssicherheit der Planungen gegangen. Nun geht es noch um die Konkretisierung der Pläne, die im Rahmen der sog. Planfeststellung abgearbeitet und dann zum Gegenstand der vertraglichen Grundlagen werden. Es ist aber mit diesem positiven Votum des ASP schon jetzt davon auszugehen, dass das Vorhaben in der einen oder anderen Form realisiert werden wird. Nur der Investor selbst könnte jetzt noch einen Rückzieher machen (z.B. wenn er feststellt, dass sich das Vorhaben betriebswirtschaftlich nicht rechnet, was nach Lage der Dinge aber ausgesprochen unwahrscheinlich sein dürfte).

Auf eine Umweltverträglichkeitsprüfung soll verzichtet, das Vorhaben im beschleunigten Verfahren genehmigt werden. Eine Beteiligung der Menschen in Essen soll nur nach geltendem Recht erfolgen, weitergehende Formen der Partizipation sind nicht vorgesehen. Auch ein Klimagutachten wird nicht gefordert.

Damit zeigt sich ein weiteres Mal die hohe Bereitschaft der Stadt Essen und der zuständigen politischen Gremien mit ihrer Mehrheit von CDU und SPD, den Plänen der Investoren, nicht zuletzt der Hopf-Gruppe, ohne Weiteres zu folgen. Weitergehende oder gar abweichende Ideen werden nicht formuliert. Da gefällt man sich schon in der unverbindlichen Aussage, dass die Gebäude im hinteren Bereich nicht gar so hoch sein sollen und ein Angstraum unter der verbreiterten Rüttenscheider Brücke zu vermeiden sei.

Die Hopf-Gruppe, die in Rüttenscheid schon so manches Milliönchen mit zweifelhaften Immobilienprojekten verdient hat, gerät zur größten Bedrohung der Lebensqualität in diesem Quartier. Übrigens: „Hopf“ ist ein Akronym für Holthoff-Pförtner – und wem dieser Name jetzt bekannt vorkommen sollte, hat recht. Niemand anderes als der amtierende NRW-Minister für Europaangelegenheiten verbirgt sich dahinter. Freund und Spendengeheimnisteiler von Helmut Kohl (als Schatzmeister der Landes-CDU kann er da sicher nur profitieren), Ziehsohn der Chefin der hiesigen Medienoligarchie und ehemaliger, doch doch, Minister für Medienangelegenheiten.

In Essen wird ja viel gegen Clan-Kriminalität unternommen, aber manchmal könnte man den Eindruck gewinnen, wir schauen alle in die falsche Richtung.

ACHTUNG – Veranstaltungshinweis: Am Montag, 11. November, findet abends das nächste Rüttenscheider Bürgerforum in den Räumen der evangelischen Kirche in der Julienstraße in Rüttenscheid statt. Gegenstand wird u.a. das Neubauvorhaben auf dem Messeparkplatz sein. Alle Interessierten sind herzlich willkommen. Genauere Informationen finden sich hier: buergerforum-ruettenscheid.de

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