So. Dez 8th, 2019

Mit welchen Pfunden wuchern?

Umfragen sind beliebt. Immer, wenn man etwas genau wissen will, greift man daher zu diesem Instrument. So hat man beispielsweise wissen wollen, warum ALDI so erfolgreich ist und so viele Menschen dort einkaufen. Das überraschende Ergebnis: Es liegt am Preis.

Eine ähnlich Überraschung erlebten jetzt Marketinggesellschaft und Stadt, als sie wissen wollten, warum immer weniger Essener Bürgerinnen und Bürger die Innenstadt aufsuchen. In einer Online-Umfrage auf der Website der Stadt wurden sie vom 17. Juli bis 23. August um ihre Meinung zur Essener City gebeten.

Das Ergebnis war in jeder Hinsicht verblüffend: Es liegt an der mangelnden Attraktivität! Wer hätte das gedacht!

49 Prozent der Befragten stellen der Attraktivität ein eher schlechtes Zeugnis aus. Fast 60 Prozent sind sogar der Meinung, dass gemütliche Plätze in der Essener City nicht gegeben sind.
Der Essener Abend sprach mit Stadtunterinspektor Gerhard Kleinschmidt, linke Hand des Oberbürgermeisters. „Für uns ist das Ergebnis nicht nachvollziehbar. Es gibt so viele schöne und heimelige Orte in der City: Nehmen wir nur den Willy-Brandt-Platz! Ein städteplanerisches Kleinod! Selbst wenn Neider immer wieder behaupten, er sei so anheimelnd wie der Mond und so gemütlich wie eine Bahnhofstoilette, wir halten fest: Wenn der Wind pfeift und man isst in einem der nichtvorhanden Restaurants eine heiße Suppe, dann wird sie von alleine kalt!“
Auch wir meinen: Leere ist doch schön! Hier kann man seine Gedanken frei fliegen lassen! Wie auch der Buddhist sagt: „Wir machen unsere Gedanken frei und leer!“

Wurde uns nicht über vierzig Jahre lang erzählt, Essen sei ja „eigentlich“ sehr schön, wir müssten nur mehr „mit unseren Pfunden wuchern“: Klappt das nun etwa nicht mehr? Genug gewuchert? Der Essener Abend hat sich umgesehen und noch einige Pfunde entdeckt, mit denen man wuchern kann: Nehmen wir z.B. den Kennedyplatz. Wie kann man sich hier nicht auf Anhieb wohlfühlen! Oder erst das Zentrum „Limbecker Platz“. Böse Zungen nennen es: „Kuhfladen!“ Dabei ist es einem schwingenden Rock nachempfunden. Wer sieht das nicht?

Viehofer Platz, Limbecker Straße, Gildehofplatz oder Hindenburgstraße. Hier reiht sich ein städtebauliches Higlight an das andere!

Was ist dagegen schon ein Potsdamer Platz, ein Jungfernsteig oder eine Leopoldstraße!

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