Samstag, 5. Dezember 2020

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Untrennbar: Feminismus und Ökologie

Wer A sagt, muss auch B sagen. Wer Klimakatastrophe sagt, muss auch Systemkrise sagen. Korrekter ist: Wer Kapitalismus sagt, muss auch Raubbau sagen. Und zwar an Umwelt, Tier und Mensch. Folgerichtig gilt dann auch: Wer Reichtum sagt, muss auch Armut sagen.

Es gibt endlich Zahlen. Schwarz auf weiß. Laut der im September dieses Jahres veröffentlichen Oxfam-Studie sind die reichsten zehn Prozent der Weltbevölkerung für 52 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Die ärmere Hälfte der Bevölkerung hingegen nur für 7 Prozent. Dass sich gerade der ärmere globale Süden, der kaum für die Klimakatastrophe verantwortlich ist, unter den ersten Leidtragenden dieser Krise befindet, ist eine Tatsache, die belastend ist. Die Menschen dort leiden neben vielem anderen auch an erster Stelle unter Umweltkatastrophen. Unter den Opfern befinden sich besonders viele Frauen. Das hat Gründe.

Von den rund 1,4 Milliarden in Armut lebenden Menschen sind nach Angaben der Heinrich Böll Stiftung 70% Frauen. Armut ist nach wie vor nicht geschlechtsneutral. Wenn Mädchen in einigen Ländern Subsahara-Afrikas und Südasiens aufgrund von sozialem und wirtschaftlichem Ungleichgewicht und ungerechten Machtverhältnissen der Zugang zu Bildung versagt wird, dann können sie ihre Lage nicht verbessern. Die Armut wird dadurch immer wieder reproduziert.

Tradierte Geschlechterrollen und deren Folgen drängen Frauen zur Landarbeit, in den Haushalt und in familiäre Bereiche, so dass sie bei nahenden Katastrophen oft zu spät gewarnt werden können. Weil die Frauen zuerst Kinder und ältere Menschen retten und zudem oft nicht schwimmen können, gehören sie zu den ersten Opfern durch Ertrinken. Nicht zuletzt deshalb starben 2004 durch den Tsunami in Südostasien viermal so viele Frauen wie Männer.

Strukturelle Gewalt gegen Frauen

In Notfalllagern, die nach Umweltkatastrophen errichtet werden, sind Frauen oft sexueller Gewalt ausgesetzt. Wegen anhaltender Dürren müssen Frauen oft weite Wege zu Wasserquellen zurücklegen. In manchen Ländern, wie zum Beispiel in Äthiopien, häufen sich laut einer IUCN-Studie auf diesen Wegen sexuelle Übergriffe auf Frauen und Mädchen.

Umweltkatastrophen erzeugen gerade in ländlichen Regionen des globalen Südens weitere wirtschaftliche Notstände, insbesondere für Frauen. Das zeigt: Wer Klimakatastrophe sagt, muss auch Geschlechterungerechtigkeit sagen.

Um dieses Problem konstruktiv zu lösen, müssten zuerst die patriarchalen Strukturen in Umweltschutz, Naturwissenschaft und Politik aufgebrochen werden. Diese Bereiche sind noch immer überwiegend männlich geprägt, was zur Folge hat, dass die Belange der Frauen kaum beachtet werden. Die Ergebnisse spiegeln deshalb überwiegend durch Männer bestimmte Themen wider.

Fazit

Aus umweltfeministischer Sicht kann man nur durch die Gleichstellung der Geschlechter gerechte Lösungen herbeiführen und somit auch die geschlechtsspezifische und soziale Ungerechtigkeit als Folge der Klimakrise beseitigen.

Die Partei DIE LINKE bietet hierzu Lösungen an. Sie versteht sich nicht nur als Partei mit sozialistischem, sondern auch mit feministischem Anspruch. Neben dem stetigen Streit für gleichen Lohn ist die Erhöhung der Frauenquote ein guter Anfang, um auch die Klimakrise gerecht lösen zu können.

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