So. Dez 8th, 2019

„Wer vom Kapitalismus nicht sprechen will, sollte vom Klimaschutz schweigen“

Mit 40 Personen war die erste Klimakonferenz der Partei DIE LINKE in Essen gut besucht. Auf der Klimakonferenz wurden unter Anderem Workshops zur Müllvermeidung und veganem Leben angeboten. Dabei war es den Referierenden wichtig, zu signalisieren, dass das alleine nicht reichen würde, um den Klimawandel aufzuhalten. Farina Kerekes und Leon Gunselmann beschäftigten sich mit der Frage des kritischen Konsums: Kann man durch bewusste Kaufentscheidung, also der sogenannten Konsumentenmacht, die Gesellschaft verändern und Klimaschutz erzwingen? Nein, war die Antwort am Ende des 90-minütigen Workshops. Zwar spräche nichts gegen einen umweltbewussten Lebensstil, doch die „Privatisierung“ des Widerstands gegen den Klimawandel sei nicht mehr als ein homöopathisches Globuli gegen den Klimawandel.

Eines der Highlights der Klimakonferenz war der Vortrag des Bundestagsabgeordneten Hubertus Zdebel. Das aus Münster stammende Mitglied der Linksfraktion machte in seinem Vortrag zum Kohleausstieg klar, dass lediglich die Kapitalinteressen einem schnellen Abschalten der Kohlemeiler im Wege stünden. Wer das Klima und die Umwelt schützen wolle, müsse sich mit dem Wirtschaftssystem anlegen. Denn solange die Menschheit so wirtschaftet, dass der Profit und nicht der Bedarf im Mittelpunkt stünde, könne sie nicht das Klima retten.

Gemeinsam mit Daniel Kerekes, dem Sprecher des Kreisverbandes Essen der Partei DIE LINKE, diskutierten engagierte Umweltschützer*innen über die Möglichkeiten des Öffentlichen Nahverkehrs und wie man diesen in Essen, aber auch bundesweit verbessern könnte. Kerekes forderte einen schnellen „Ausbau der Tangente in Essen, den Ausbau der Straßenbahn in bisher nicht angebundene Stadtteile, die Verbesserung der Taktzeit vor allem abends und in spätestens fünf Jahren einen fahrscheinlosen Nahverkehr“. DIE LINKE will sich nun gemeinsam mit ihrem Arbeitskreis Nahverkehr und der Arbeitsgruppe Klima stärker mit Aktionen in die Debatte einbringen.

Yannick Metzlaff, Mitglied im Kreisverband der Essener Linken, referierte über die systemischen Gründe der Umweltzerstörung. „Der Kapitalismus funktioniert nur, wenn er Mensch und Natur ausbeuten kann. Sobald dies nicht mehr der Fall wäre, würde das System zusammenbrechen.“ Hubertus Zdebel war gerne zu Gast in Essen: „Ich komme sehr gerne nach Essen. Das ist ein aktiver und solidarischer Kreisverband, der sich für eine bessere Welt einsetzt. Die Klimakonferenz gefiel mir sehr, gerne mehr davon.“

Den Abschluss der Konferenz war eine energische Rallye mit Bernhard Trautvetter vom Essener Friedensforum, Levi Camatta von Fridays for Future Essen und Theresa Brücker von DIE LINKE Essen. Alle drei machten deutlich, dass die regierenden Parteien die Klimafrage nicht ernst nehmen würden und dass es einen schnellen, radikalen Wandel bräuchte, um den Klimakollaps zu verhindern. Dabei müsse man auch andere Themen, wie das Militär, mitdenken, da z.B. alleine das US-Militär einen CO2-Ausstoß hat, der so groß ist wie der von Portugal.

Als Fazit kann festgehalten werden, dass die Klimakonferenz nur ein Beitrag gewesen sein kann, es aber nun noch mehr als bisher darauf ankommt, die Systemfrage zu stellen und penetrant darauf hinzuweisen, dass Widerstand gegen die Zerstörung unserer Lebensgrundlage unumgänglich ist. System Change, not Climate Change, lautet die Devise. DIE LINKE Essen ist dabei!

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