Sonntag, 29. März 2020

Fridays for Future: Wir sind hier – wir sind laut!

Jeden Freitag bestreiken sie die Schulen in Essen, NRW, bundesweit, ja sogar auf der ganzen Welt: klimabewusste Schülerinnen und Schüler, Azubis und Studierende. Sie wissen, wer die Rechnung am Ende zu zahlen hat. Mittlerweile haben sich neben Eltern, Lehrerinnen und Lehrern auch knapp 27.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den Forderungen der Klimabewegung angeschlossen und sagen: „Die junge Generation hat recht.“

Den Konservativen und Marktliberalen, die mit ihrer Politik der Konzerninteressen große Verantwortung für die Klimakrise tragen, fällt dazu bloß ein, die Schülerinnen und Schüler von oben herab als „Schulschwänzer“ zu tadeln. Schließlich hätten sie doch sowieso keine Ahnung vom Thema, und wer keine Ahnung hat, darf sich anscheinend auch keine Sorgen machen. Manch schlauer Politiker erhebt dazu die Forderung, dass bitte samstags demonstriert werden soll… und die mediale Wirksamkeit ist dahin.

Die Fraktion DIE LINKE stellt sich hinter die „Fridays for Future“-Bewegung und ihre Forderungen. So stellte sie im Rat der Stadt einen Antrag, dass die Bewegung ihre Forderungen nicht nur vor dem Rathaus, sondern auch darin vortragen kann. Dies wurde allerdings gegen Protest der Linken und Grünen in den Umweltausschuss verschoben.

Der 13-jährige Levi zeigte dort mit seiner grandiosen Rede, warum der Rat vielleicht zu Recht gekniffen hat. Er stellte klar, dass seine Worte in den Rat und nicht in den Umweltausschuss gehören, da das Thema gesamtgesellschaftlich relevant ist. Doch „leider zeigen die Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Essen wieder einmal, dass die Zusammenhänge nicht verstanden werden“, so Levi.

Selbstbewusst trug er offensichtliche Widersprüche der Essener Politik zusammen: „Die Stadt Essen schmückt sich gerne mit Titeln wie der Grünen Hauptstadt Europas 2017, aber wirklichen und effektiven Klimaschutz sucht man hier vergebens. Man findet hier mehr Konzernbüros von Klimasündern als Grünflächen, mehr Autos als Fahrräder und Millionen in Aktien klimaschädlicher Energien, die die Zukunft meiner und folgender Generationen aufs Spiel setzen.“

Abschließend fragte Levi ganz direkt: „Möchten Sie die Person sein, die die Probleme vergrößert und sich mitschuldig macht in einer gierigen Gewaltspirale mit einer grauen, alten Politik, die rückwärtsgewandt ist und uns um Jahrzehnte zurückwirft, oder möchten Sie die Person sein, die handelt und zwar zukunftsorientiert und für die Gesellschaft von heute und, noch viel wichtiger, für die Gesellschaft von morgen?“ Dem ist nichts hinzuzufügen. Es gibt eben keinen Planeten B.

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